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Studienseminar:

Starke Frauen.
Italienerinnen im Widerstand gegen deutsche Besatzung und Faschismus

04. bis 09.06.06

Was viele nicht wissen: Nach dem Sturz Mussolinis und des italienischen Faschismus war Italien von September 1943 bis Kriegsende durch deutsches Militär besetzt. Während dieser Zeit wurde das Land von nationalsozialistischem und faschistischem Terror beherrscht. Dagegen entwickelte sich ein immer stärker werdender Widerstand der italienischen Bevölkerung – die Resistenza.

Frauen hatten einen wesentlichen Anteil an der Resistenza, sie bildeten das Rückgrat der „Resistenza civile„, des zivilen Widerstands im alltäglichen Leben. Sie organisierten Protestkundgebungen und Streiks, sie verteilten Flugblätter und organisierten die Logistik des bewaffneten Widerstands. Als so genannte Stafetten transportierten sie schriftliche Nachrichten, Waffen und Munition und standen dabei dem Feind häufig Auge in Auge gegenüber. Sie kämpften mit der Waffe in PartisanInneneinheiten. Frauen sind für ihr antifaschistisches Engagement ins Gefängnis geworfen, gefoltert und ermordet worden. Überlebende Zeitzeuginnen berichten, dass ihre Erfahrung im Widerstand ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu ihrer Emanzipation war.

Im Vordergrund dieses Bildungsseminars stehen das Zusammentreffen und die Gespräche mit Zeitzeuginnen, die in der Resistenza in unterschiedlichen Rollen aktiv waren sowie mit Überlebenden des nationalsozialistischen und faschistischen Terrorregimes. Außerdem gibt es Informationen zum historischen Umfeld dieser Zeitepoche und viele anregende Gespräche und Diskussionen. Das Seminar sucht Orte des historischen Geschehens und heutigen Gedenkens in der Emilia-Romagna und in Venedig auf.

Alle Gespräche und Interviews werden ins Deutsche übersetzt.

 

Geplantes Programm:

Sonntag, 4.6.2006

Individuelle Anreise nach Reggio-Emilia
18.00 Uhr Kennen lernen, Programm vorstellen, Organisatorisches
20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen

Montag, 5.6.2006

Vormittags:
Treffen im ISTORECO (Institut für die Geschichte des Widerstands und zeitgenössische Geschichte der Provinz Reggio-Emilia).
Allgemeine Einführung in das Thema „Frauen im italienischen Widerstand„ unter Berücksichtigung der allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Situation sowie regionaler Besonderheiten. Vortrag von einer Mitarbeiterin des Instituts.

Nachmittags:
Treffen mit ehemaligen Partisaninnen, die über die Rolle der Frau und ihre persönliche Arbeit im Widerstand und dessen Bedeutung für ihre Emanzipation berichten.

Dienstag, 6.6.2006

Vormittags:
Antifaschistischer Stadtrundgang durch Reggio-Emilia.

Nachmittags:
Zugfahrt nach Parma. Treffen im dortigen Institut für die Geschichte der Resistenza (ISREC).
Gespräch mit einer ehemaligen Partisanin, die Frauengruppen organisierte, sich den PartisanInnen anschloss und später Politkommissarin in einer PartisanInneneinheit wurde.

Abends:
Gemeinsames Abendessen in der Jugendherberge und Gespräch mit einer Zeitzeugin über Frauenarbeit und frauenpolitisches Engagement in der Nachkriegszeit.

Mittwoch, 7.6.2006

Vormittags:
Fahrt nach Marzabotto.
Kurzreferat über die Gotenlinie als letzte deutsche Verteidigungsbastion und über deutschen Besatzungsterror. Das Massaker von Marzabotto.
Rundgang mit Zeitzeugen/Überlebenden zu den Gedenkstätten des Massakers auf dem Monte Sole.

Nachmittags:
Weiterfahrt nach Venedig.
Kurzreferat über Faschismus und Widerstand in Venedig.

Donnerstag, 8.6.2006

Vormittags:
Wasserbusfahrt zu den Denkmälern für die Frauen in der Resistenza. Anschließende Fahrt durch den Canale Grande zum Museum für Moderne Kunst Ca' Pesaro mit der Skulptur "Die Partisanin" von Leonardo Leoncillo.

Nachmittags:
Treffen im venezianischen Institut für die Geschichte der Resistenza (IVESER).
Gespräch mit einer Zeitzeugin über die Frauen im venezianischen Widerstand.

Freitag, 9.6.2006

Vormittags:
Historischer Rundgang durch das venezianische Ghetto.
Bericht einer jüdischen Zeitzeugin über Venedig unter deutscher Besatzung, über die
Verfolgung von Jüdinnen und Juden und die Flucht ihrer Familie in die Schweiz.

Nachmittags:
Auswertung des Seminars.
Ende des Seminars.

 

Leitung:

Nadja Bennewitz, Historikerin (Nürnberg), Heike Herzog, Journalistin (Erlangen), Marianne Wienemann, Soziologin (Bochum)

 

Die Veranstaltung richtet sich an

Frauen, die historisch und politisch interessiert sind und sich mit der deutschen und italienischen Zeitgeschichte und ihrer Gegenwartsbedeutung auseinander setzen möchten.

 

Kosten und Leistungen

Kostenbeitrag bei Unterkunft in Mehrbettzimmern/Jugendherberge in Reggio-Emilia und Doppelzimmern in Venedig € 450. Bei Übernachtung im Doppelzimmer auch in Reggio-Emilia erhöhen sich die Kosten um € 130 pro Person, der Einzelzimmerzuschlag für die ganze Woche beträgt € 200. In diesen Beträgen sind Halbpension, Eintritte, Führungen, Übersetzungen und die Transfers während des Seminars enthalten. Die Anreise nach Reggio-Emilia und die Abreise von Venedig erfolgt individuell, ist demnach im Preis nicht inbegriffen.

 

An- und Abreise

Die Anreise nach Reggio-Emilia mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann entweder mit der Bahn oder mit dem Flugzeug erfolgen: die nächstgelegenen Flughäfen mit Anschluss per Bus und Bahn nach Reggio-Emilia sind Bologna, Forlì, Verona und die Mailänder Flughäfen.
Die Abreise von Venedig kann ebenfalls per Bahn oder Flugzeug erfolgen. Hier sind die nächstgelegenen Flughäfen Venedig, Treviso, Verona und Bologna. Bei der An- und Abreise mit dem PKW empfiehlt es sich, das Auto von Reggio-Emilia nach Venedig mitzunehmen, es in Venedig-Mestre zu parken und von dort aus abzureisen.

 

Anmeldung

Zur Anmeldung schicken Sie uns bitte eine Postkarte, eine Mail oder ein Fax, spätestens bis zum 24.04.2006. Sie erhalten umgehend eine Bestätigung mit weiteren Informationen.

 

Veranstalter:

 
Dr. Heidi Behrens
Bildungswerk der Humanistischen Union

Kronprinzenstr. 15
D 45128 Essen

Tel. 0201 227982
Fax 0201 235505

buero@hu-bildungswerk.de

 

In Kooperation mit

ISTORECO, Istituto per la Storia della resistenza e la storia contemporanea, Reggio-Emilia und dem Amt für Internationale Beziehungen, Nürnberg

 

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