FrauenMuseum Online

Forum FrauenGeschichte hat in den letzten Monaten in Nürnberg Interviews mit Zeitzeuginnen durchgeführt, alte Interviews und Dokumente recherchiert und zugänglich gemacht. Ein Teil der Ergebnisse wird in einer Veranstaltungsreihe und durch Hörbücher einem interessierten Publikum nahe gebracht. Um die Arbeitsergebnisse noch weiter und vor allem auch jüngeren Menschen bekannt zu machen, ist als nächste Aktivität von Forum Frauengeschichte ein multimediales Online-Museum geplant:

Erlebte (Alltags-)Geschichte von Frauen

Exposee:

Geschichte wird durch FrauenMuseum Online als etwas Persönliches, Erlebtes dargestellt. Nicht die Auflistung von Staatsmännern und ihren Kriegen und vermeintlich "großen" Entscheidungen, sondern das Alltagsleben von Frauen wird Inhalt dieses Online-Museums werden. Die vielfältigen Möglichkeiten des Internets erlauben es, Geschichte unmittelbar erfahrbar zu machen. Verschiedene "Stationen" führen die BesucherInnen durch einen repräsentativen Ausschnitt von Frauenalltagsgeschichte im sozialen Wandel von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute mit den Schwerpunkten Arbeiterinnengeschichte, Nationalsozialismus, Migrationsgeschichte.

  • O-Töne und transkribierte Zeitzeuginnenberichte begleiten die BesucherInnen durch den Alltag verschiedener Frauen. Im Online-Museum wird es auch möglich sein, O-Töne in verschiedenen Sprachen mit textlicher Übersetzung parallel zu präsentieren.
  • Ergänzende Texte erläutern die Hintergründe und bieten einen politischen und sozialen Rahmen.
  • Fotografien und Abbildungen von Alltagsgegenständen und Dokumenten, von öffentlichen und privaten Lebensräumen und Orten der Erzählungen bilden den visuellen Hintergrund.
  • Hintergrundartikel und Links zu weiterführenden Seiten ermöglichen die Vertiefung der angebotenen Informationen und die Einbindung der persönlichen Alltagsgeschichten in einen historischen Rahmen.
  • Evtl. wird ein Forum/Gästebuch eingebunden, um den Austausch über den und die Weiterführung des virtuellen Stadtrundganges zu unterstützen.

Der Internet-Auftritt des Online-Museums soll auch für Jugendliche und die Bildungsarbeit geeignet sein. Die BenutzerInnenführung wird einfach und selbsterklärend gestaltet, um zum selbständigen Erforschen der Inhalte einzuladen. Unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten, z.B. über einen Stadtplan, eine Zeitschiene, einen thematischen Einstieg und nach Stichworten, bieten verschiedenen Zielgruppen variable, strukturierte Einstiegswege an. Zusätzlich soll eine bildhafte, spielerische Erschließung zur Entdeckung und Erkundung des Angebotes einladen.

Nürnberg als Forschungsort

Die Industriestadt Nürnberg hatte im süddeutschen Raum neben Augsburg und München Vorreitercharakter. Die Arbeits- und Lebensumstände der vom Land zugezogenen Fabrikarbeiterinnen und Dienstmädchen veranschaulichen somit exemplarisch die allgemeinen Verhältnisse im Zeitalter der Industrialisierung.

Durch Hinzuziehung des heutigen Diskurses um Frauenarbeitsplätze und wirtschaftlich bedingter Migration von Frauen erhält die Geschichte eine aktuelle Dimension.

Die Rolle Nürnbergs im Nationalsozialismus ist allgemein bekannt. Die Bestrebung der Stadt, durch das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände über die Geschehnisse zu informieren, ist seit einigen Jahren im Gange. Ein frauen- und geschlechtsspezifischer Blick, wie ihn die Frauenforschung seit Jahrzehnten fordert, wird dabei jedoch kaum berücksichtigt. Der Frage nach den Opfern und Täterinnen in der Zeit des Nationalsozialismus wird zwar auf universitärer Ebene bundesweit seit langem nachgegangen, doch klafft vor Ort noch eine erhebliche Lücke.

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